Was steckt eigentlich in unsern T-Shirts?

Fakten über die Textilindustrie

Insgesamt 75 % unserer alten Kleidung landet in Altkleidercontainern. In den letzten 15 Jahren hat sich der Verkauf von Mode weltweit verdoppelt. Wir konsumieren immer schneller und immer mehr, gleichzeitig ist unsere Nutzungsdauer zurückgegangen. Im Durchschnitt behalten wir ein Kleidungsstück nur ein Jahr. Wir reparieren nicht mehr und immer weniger Menschen wissen überhaupt, wie man einen Knopf annäht. Alleine die Textilindustrie produziert jedes Jahr über eine Milliarde Tonnen CO2, was mehr ist als alle jährlichen internationalen Flüge und Schifffahrten zusammen.

Unsere meisten T-Shirts bestehen aus Baumwolle. Der Anbau der Baumwolle für ein T-Shirt benötigt etwa 2000 Liter Wasser. Dafür wird zumeist das sogenannte blaue Wasser verwendet, also Wasser aus Fließgewässern und dem Grundwasser. 

Bevor man über den Wasserverbrauch eines Produktes reden möchte, muss ein Begriff definiert werden, und zwar das sogenannte virtuelle Wasser. Der Begriff wurde erstmals Mitte der 90er Jahre verwendet. Jeder Mensch hat einen Wasser Fußabdruck, der aus einem internen und externen Abdruck besteht. Der gesamte Abdruck ist diejenige Menge an Wasser, die von den Einwohnern eines Landes durch Konsum (auch Dienstleistungen) verbraucht wird. Der virtuelle Wasserverbrauch zählt zum externen Abdruck und ist die Menge an Wasser, die zur Herstellung eines Produktes verbraucht wird.

Giftwasser aus der Produktion wird meistens ungefiltert in Gewässer eingeleitet und gelangt dann wieder in den Kreislauf und in das Trinkwasser. Ungefähr 2500 kg Chemikalien werden im Durchschnitt zum Färben der Stoffe täglich in Betreiben eingesetzt. Leider profitiert die Textilindustrie durch diese mangelhaften Umweltschutzauflagen und in den fertigen Produkten ist durch das mehrmalige Auswaschen in den Produktionsländern bei uns nur noch wenig zu finden. Das Gefährliche ist vor allem, dass die Giftstoffe hormonell wirken, und schon bei einer sehr geringen Konzentration schädlich sein können.

Wasser und Ressourcenverbrauch unserer T-Shirts.

Ein T-Shirt besteht aus vielen unterschiedlichen Teilen und es fließen daher unterschiedliche Quellen des virtuellen Wassers im Laufe der Produktion mit ein. Die Baumwolle muss angebaut und bewässert, gesponnen, gefärbt, und natürlich genäht werden. Auf all diesen Produktionsstufen fließt Wasser in den virtuellen Fußabdruck mit ein. Je nach Region unterscheidet sich die Menge an Wasser, die verwendet wird. In China werden beispielsweise 6.000 Liter pro Kilogramm Baumwolle benötigt. Im Unterschied dazu wird in Pakistan 9.600 Liter und in Indien sogar 22.500 Liter. Auch der Anteil an blauem Wasser unterscheidet sich je nach Land. In Usbekistan sind es 88 % und Pakistan 55 %. 

Wenn man sich diese Masse an Wasser und Ressourcen vor Augen hält, die für die Produktion von einem T-Shirt benötigt werden, ist unser trendorientierte und gedankenlose Konsum noch schrecklicher. Umso schöner ist es, wenn es Unternehmen gibt, die sich aktiv für einen nachhaltigen Konsum einsetzten. 

Aus Altem Neues schaffen

Soki Kassel war bei mir zu Gast und ich durfte mit Kira ein interessantes Gespräch führen. Sophie und Kira schaffen aus Altem Neues. Sie nutzen das Prinzip des Upcyclings und stellen unter anderem aus alter geliebter Bettwäsche ausgefallene Boxershorts her.Neben ihrem eigenen Label haben sie auch einen Green Concept Store und geben so anderen nachhaltigen Unternehmen eine Plattform und fördern somit einen bewussten Konsum.

Kleidung wertschätzen 

Gestartet haben die beiden im Kiras Kinderzimmer. Entstanden ist die Idee aus dem Gedanken, wie man das Handwerkliche mit einem nachhaltigen Ansatz verbinden kann. In der Modebranche ist es üblich, aus Bettwäsche erste Prototypen zu nähen. Diese Idee haben Kira und Sophie weiterentwickelt und ihren Bestseller angefertigt: ihre bunten Boxershorts. Somit entsteht aus alter geliebter Bettwäsche mit lustigen oder auch sentimentalen Mustern etwas Neues. 

Das Unternehmen ist immer mehr gewachsen und sie haben sich Hilfe von außen geholt. Zusammen mit Menschen mit einem Handicap werden nun die farbenfrohen Boxershorts genäht. 

In letzter Zeit haben sie auch immer häufiger mit Schulklassen zusammen gearbeitet, ihnen Denkanstöße gegeben und ihnen geholfen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. 

Den Podcast findest Du hier:

Quellen:

Aethic (o.A.) (2015)Wie wird mein T-Shirt produziert und was ist es wirklich wert? [Online] http://www.aethic.de/2015/09/22/wie-wird-mein-t-shirt-produziert-und-was-ist-es-wirklich-wert/ [21.07.2019].

Dostert, E. & Liebrich, S. (2011), Giftige Wäsche [Online] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umweltverschmutzung-in-der-textilbranche-giftige-waesche-1.1133776 [21.07.2019].

DW (o.A.) Umweltsünde Mode: Nur „Fast Fashion“, oder geht es auch nachhaltig? [Online] https://www.dw.com/de/umweltsünde-mode-nur-fast-fashion-oder-geht-es-auch-nachhaltig/a-43344256-0 [21.07.2019].

Globales T-Shirt Graz (o.A.) (2017) Wie viel Wasser braucht ein T-Shirt? [Online] https://globalestshirt.wordpress.com/2017/04/07/wie-viel-wasser-braucht-ein-t-shirt/ [21.07.2019].

Greenpeace (a.A.) Textilindustrie vergiftet Gewässer [Online] https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/textilindustrie-vergiftet-gewasser [21.07.2019].

Rios, A., (2019) Das „virtuelle Wasser“ oder „verstecktes Wasser“ [Online] https://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/wasserversorgung_in_deutschland/pwiedasvirtuellewasseroderversteckteswasser100.html [21.07.2019] 

Universum Kommunikation und Medien AG. (12.2011). „Virtuelles Wasser in der Textilindustrie“. [Online] http://www.jugend-und-bildung.de/files/860/AB_Stoffwechsel_virtuelles_wasser.pdf [21.07.2019].

Water Footprint Network. (o.A.). „Cotton“. [Online] http://waterfootprint.org/en/resources/interactive-tools/product-gallery/ [21.07.2019].

Zittlau, J., (2010) 2000 Liter Wasser für ein T-Shirt [Online] https://www.welt.de/welt_print/wissen/article6839727/2000-Liter-Wasser-fuer-ein-T-Shirt.html [21.07.2019]

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